Die Renten sind sicher…
13 04 2008…nicht zu niedrig!
Das leidige Thema mal wieder. Fakt ist, dass die Rente ähnlich sicher ist wie die blühenden Landschaften im Osten. Beide Versprechungen haben etwas gemeinsam: Sie sind durchaus umzusetzen, aber wie Alles ist das eine Frage des Geldes. Wer soll das bitte bezahlen?
Einmal essen, dreimal bezahlen
Für den, der es nicht mitbekommen hat: Die Renten steigen wieder. Zwar mit gewisser medieller Aufmerksamkeit, aber trotzdem relativ geräuschlos ging dieser Schritt von statten. Man war sich schließlich einig in der Großen Koalition, wer steht denn auch schon gerne als Spielverderber da? Anfang April 2008 hat die große Koalition gezeigt, dass sie sich eigentlich von keiner ihrer Vorgänger unterscheidet. Im Vorfeld der Wahlen 2009 wird mal schnell ein Gesetz ausgehebelt, das eigentlich dafür gedacht war die Beiträge der Rentenkassen mittelfristig unter 20% zu halten. - Das muss man sich auch mal vorstellen, ein Angestellter mit 2400 € brutto im Monat zahlt jetzt schon fast 500 € an die Rentenkasse, dabei kommt das große Schrecken erst noch.
Nachhaltige Politik? Pustekuchen! Über ein Jahr vor der entscheidenden Wahl beginnt wieder einmal der Stimmenkauf zu Lasten kommender Generationen.
Herr Herzog hat garnicht mal so unrecht wenn er eine Rentnerrepublik heraufziehen sieht. Jeder der die Befürchtungen des Bundespräsidenten a.D. als Übertreibung abkanzelt verkennt doch schon heute die Realität. Wenn man heute schon Gesetze außer Kraft setzen bzw. anpassen muss um an die Stimmen der Alten zu kommen, was passiert dann erst in 10 oder 20 Jahren wenn deren Anteil an der Gesamtbevölkerung deutlich höher liegt als noch heute? Aber man darf erstmal gespannt sein wie sich Union und SPD im nächsten Jahr um diese Zeit mit neuen Forderungen zur Rentenanpassung , die jedes Jahr zum 1. Juli geschieht, gegenseitig überbieten werden. Und ich persönlich bin sehr darauf gespannt wie sich Herr Steinbrück schlägt (der mir im Übrigen noch am sympathischsten im Kabinett ist!).
Meine Generation (Jahrgang ‘85) wird die Rechnung unserer Eltern und Großeltern zahlen müssen, in vielfacher Hinsicht. Man soll sich um seine Familienangehörigen kümmern wenn diese pflegebedürftig sind, man soll deren Rente finanzieren und bitteschön auch noch für das eigene Alter vorsorgen. Achja, bevor wir es vergessen, den Schuldenberg der beiden Vorgängergenerationen i.H.v. 1.500 Milliarden € bitte bei Gelegenheit auch noch bedienen, danke für ihre Kooperation! Den verschwenderischen Staatsapparat soll dann nebenher auch noch am Leben erhalten werden.
Wenn man sich diese Versäumnisse einmal vergegenwärtigt (Fehlende Rücklagen für Pflegefälle, verfehlte Rentenpolitik, horrende Schulden) fragt man sich wieso es diesem Land noch so gut geht? Wenn wir mal nur mit dem Geld arbeiten würden das wir auch übrig haben, sähe es hier schon ganz anders aus!
Schlechte Rendite: Investitionen in alte Leute
In Deutschland ist die Neuafnahme von Schulden nur erlaubt, wenn diese zur Finanzierung von Investitionen dient. Das ist ja soweit auch nachvollziehbar weil eine gute Investition auch eine anständige Rendite verspricht. Dann fragt man sich aber warum in diesen Zeiten, in denen der Staat trotz anständiger Wirtschaftslage trotzdem noch jährlich 13.000.000.000 € neue Schulden aufnehmen muss, die Renten außerplanmäßig erhöht werden? Welche Investition wird da getätigt?
Aber sehr wahrscheinlich wird nun der Ausbau der BAB 44 zwischen Kassel und Eisenach oder ein ähnliches Projekt für die Rentenerhöhung als Investitionsalibi herhalten müssen. Es hat schon seinen Grund warum ein Jurastudium für die Politik der erfolgversprechendste Studiengang ist.
Schwarz und Rot schaufeln ihr eigenes Grab…
Wenn ich an so etwas denke reift bei mir lediglich die Überzeugung dass die Renten in dieser Republik zu hoch sind! Dabei geht es nicht um die ostdeutsche Hausfrau die nach über 40 Jahren Arbeit in Rente geht und nun von 800 € im Monat leben muss, sondern um den pensionierten Beamten der so viel Pension erhält, dass dafür 10 Arbeitnehmer Beiträge zahlen müssen!
Die Poltik und die Greise von morgen sollen sich nicht wundern wenn sich die arbeitende Bevölkerung mangels Alternativen politisch radikalisiert. Sollen SPD und Union doch mit alten Stimmen ihre Macht erhalten, aber auch das ist keine Ultima Ratio gegen weglaufende Wähler. Aber in der Poltik dreht man seine Fähnchen ja sowieso nach dem Winde um es möglichst vielen recht zu machen.
Der Zeithorizont von einer Legislaturperiode mit dem die Poltik arbeitet, ist den Problemen nicht angemessen, es geht um kurzfristige Erfolge, was nützt einem schon postumes Ansehen unter der Erde?
Der Generationenvertrag beruht auf gegenseitiger Rücksicht, davon fehlt hier aber jeder Spur. Man sollte die Seniorenresidenzen dieses Landes stürmen und den Alten Ihre Schuldscheine zustellen, zahlbar innerhalb von 14 Tagen ohne Skonto - es ist ja schließlich Tod im Verzug. Nach Zahlungseingang gibts Rentenerhöhung.
Interessante Links zu dem Thema:
http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,546047,00.html
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Tags : Rente, Riester, Schulden, Steuern, Demographie, Staatsverschuldung, Staatshaushalt, Staatsdefizit
Kategorien : Politik